Warum Philosophie?
Philosophie heißt weiter denken, hat Holm Tetens häufig in seinen Vorlesungen gesagt. Dort wo andere mit ihren Gedanken stoppen, dort beginnen Philosophen ihre Arbeit. Philosophie heißt: sich nicht sofort mit einer Antwort zufrieden geben, nachhaken, skeptisch bleiben, die Wahrheit suchen und dabei selbstkritisch sein. Und wenn man denkt, eine Antwort gefunden zu haben, dann erneut alles in Frage stellen und darüber nachdenken, ob man nicht etwas übersehen hat. Eine disziplinierte Tätigkeit, die nicht selten unangenehme Fragen stellt, ganze Weltbilder in Frage stellen kann, aber auch neue schafft, weiterentwickelt und anleiten kann. Sie stellt daher einen unschätzbaren Wert für unsere Gesellschaft dar, für unser Leben und das eigene Selbstverständnis.
Warum also Philosophie? Die Frage selbst ist eine der Philosophie und so können wir gar nicht anders, als Philosophie zu betreiben – die einen mehr, die anderen weniger. Aber wir alle machen es. Denn als Menschen liegt es in unserer Natur, Fragen zu stellen und Antworten zu finden auf eben jene Fragen, die uns beschäftigen. Und so hat Immanuel Kant (1724-1804) die grundlegenden Fragen der Philosophie ganz treffend formuliert mit:
Was kann ich wissen?
Was soll ich tun?
Was darf ich hoffen?
Erkenntnis, Handeln und Glauben kann man durchaus als die zentralen Themen der Philosophie bezeichnen – als die allgemeinsten Fragen, die sich in unzählige Unterfragen gliedern lassen. So kann Philosophie für jeden interessant sein. Die folgenden Texte sollen dabei ein Anreiz sein, sich auf Philosophie einzulassen und das eigene Interesse daran zu entdecken.
Philosophische Texte
Die meisten der vorliegenden Texte beschäftigen sich mit der Moralphilosophie, also mit der kantischen Frage Was soll ich tun?
- Ganz einfach – Ein moralphilosophisches Argument, warum wir Flüchltingen helfen müssen
Der Titel spricht für sich selbst
Berlin, März 2016 - Moralische Grundprinzipien
Ziel dieses Aufsatzes soll sein, fünf moralische Grundprinzipien zu begründen bzw., sofern dies nicht möglich ist, doch wenigstens aufzuzeigen, dass ihre Existenz durchaus berechtigt ist und wir faktisch auch bereits alle danach handeln.
Berlin, März 2014 - Vom Menschsein zum Menschenrecht
Der Text setzt sich mit der Frage auseinander, warum eigentlich aus der Tatsache, dass wir Menschen sind, ein Recht entstehen soll.
Berlin, April 2012
Moral und Strafe
2024 ist meine Dissertation Moral und Strafe – Warum wir nicht strafen dürfen beim Nomos Verlag erschienen. Darin geht es um die Frage, wie sich ein bewusst zugefügtes Übel wie die Strafe moralisch rechtfertigen lässt. Denn sollte eine Rechtfertigung nicht gelingen, so müsste uns diese Erkenntnis erschüttern und wir müssten uns dringend um Alternativen kümmern, um nicht weiterhin Übel in der Welt zu verbreiten, statt sie zu verhindern.
Dass Strafe genau so ein ungerechtfertigtes Übel ist, will dieses Buch ausführlich in einer moralphilosophischen Auseinandersetzung mit den Straftheorien von der Antike bis zur Gegenwart zeigen. Dabei werden die überzeugendsten und bekanntesten Theorien möglichst stark gemacht, um sie daraufhin auf ihre moralische Überzeugungskraft kritisch zu überprüfen. Und da sie alle scheitern, werden schließlich Alternativen angedacht.
Das Buch kann man unter anderem hier kaufen.